K i n d e r h a u s   L ö w e n z a h n   e . V .

Kinderhaus Löwenzahn e. V.
Voerderstrasse 74
58135 Hagen Haspe
Tel: 02331-489790
kinderhaus-loewenzahn@arcor.de
Das Reidemeisterhaus - Voerder Strasse 74

 

Vorderansicht Reidemeisterhaus

" Wirf Dein Augen auf den Herren Er

 wird dich Versorgen und wird den gerechten nicht

 Ewiglich In unruhe lassen

ANNO 1747 DEN 8.April "

 

So lautet der Spruch über der Eingangstür und so ist er Abschluss der Restaurierung wieder zu sehen. Die beiden eingeschnittenen Wappenzeichen mit den Buchstaben AKDH und AEGF sind die Anfangsbuchstaben der Namen der Erbauer, des Reidemeisterhauses Adam Katthage ( 1714 - 1785 ) und seiner Frau Anna Elisabeth Fischer, Tochter des Eberhard Fischer aus Kückelhausen.

Die Reidemeister waren Kleinunternehmer, die erst auf eigenem, hauptsächlich landwirtschaftlich genutztem Boden kleine Hämmer und Schmieden betrieben und die Erzeugnisse selbst verkauften. Später ließen sie in anderen Betrieben die Eisenerzeugnisse produzieren und betrieben nur noch Handel. Die Handelsbeziehungen reichten sehr weit und brachten Wohlstand und Ansehen.

In unmittelbarer und weiterer Nachbarschaft des Hauses weisen heute noch viele Namen auf Sensehämmer und andere Betriebe hin, die einmal im Tal des Hasper Baches standen und die frühindustriellen Grundlagen für die spätere Eisen- und Stahlindustrie bildeten, z.B. Am Rottmannshammer, Am Schafshammer etc. .

Nach einem Aufsatz von Heinrich Cosack. - Die Anfänge der Eisenindustrie in der " Grafschaft Mark " (1956) - war vor mehr als 200 Jahren entlang der Enneper Strasse und im Bereich des alten Hasper Stadtgebietes eine der ersten zusammenhängenden Industrielandschaften in Europa. Das Ruhrgebiet entstand erst später.

Eine dieser Sensenhämmer muss zu diesem Reidemeisterhaus gehört haben. Laut Überlieferung hatte der Urgroßvater von Adam Katthage, ihn nach dem 30jährigen Krieg wieder aufgebaut.

Nach der langen Kriegszeit, die Schrecken und Verwüstungen mit sich gebracht hatte, brauchten die Menschen zwei bis drei Generationen, um wieder zu Wohlstand zu gelangen. Mit Sicherheit führten auch neue Kriege wie der 7jährige Krieg (1756 - 1763) zwischen Preußen und Österreich zum Aufschwung des eisenverarbeitenden Gewerbes.

Die Jahreszahlen an vielen Häusern im Raum Haspe, von denen nur noch Fotos existieren, aber auch von denen, die noch erhalten sind, lassen darauf schließen, dass in der Mitte des 18. Jahrhunderts viele Hammerwerke und die dazugehörigen Wohnhäuser errichtet wurden.

Die Aufzeichnungen des Johann Rembert Roden, des Sekretärs des Kriegs- und Steuerrates Michael Christian Göring (1744 - 1763) in Hagen, sind die erste und älteste Zusammenstellung der Fabriken und Hämmer im heutigen Stadtgebiet. Unter dem Titel " Beschreibung der Fabriken südwärts der Ruhr (1754) " führte er mit jeweiligem Namen 37 Sensen, 9 Stabeisen-, 7 Rohstahl- und 8 Reckstahlhämmer sowie 1 Breitwerkshammer auf, also 62 Hammerwerke mit insgesamt 128 Feuern. Die meisten davon lagen an der Ennepe in Westerbauer, Haspe und Wehringhausen.

In der " General-Designation " vom 3. Februar 1764, die Johann Friedrich Märker im Auftrag der Witwe Johann Caspar Harkorts und Johann Henrich Fischer, Deputiertem der Reidemeister, als richtig attestiert vom Kriegs- und Domänenrat Wülfing aus Hagen, aufgestellt hat, werden an Volme und Ennepe rund 140 Feuer in 66 Hammerwerken und die Anzahl und Namen der dazugehörigen Meister, Gesellen, Lehrlingen und Schleifer genannt. 271 " Fabriquanten ", die eigentlichen Handwerker, werden namentlich aufgeführt wie z.B. Rottmann, Katthagen, Höfinghoff, Brenn, Söding, Falkenroth, Suberg, Cronenberg etc. . Dazu werden ca. 70 Besitzer der " Fabriquen ", also die heutigen Fabrikanten und Arbeitgeber, die damaligen " Reidemeister ", aufgeführt. Sehr häufig arbeiteten die Reidemeister in den Betrieben mit.

1750 wurde " Haus Stennert " an der Enneper Straße gebaut. Bedingt durch den Straßenausbau wurde es verändert, und die einstmals prächtige Fassade lässt sich nur noch im Vorbeifahren erahnen. Die sehr schön gestaltete Eingangstür mit Rokokoverziehrungen befindet sich heute im Freilichtmuseum.

Zu den beiden Reidemeisterhäusern, die Haspe noch besitzt, sei noch das dritte erwähnte, dessen Bedeutung aber weit über diesen Produktions- und Handelszweig hinausgeht: Haus Harkorten, erbaut 1756. An diesem über Hagens Grenzen hinaus bekanten bergischen Bürgerhaus lässt sich ablesen, welche Entwicklung die frühe Eisenindustrie nahm und wie sie verbunden, mit anderen Wirtschaftszweigen, zu lang anhaltendem Wohlstand führte.

Der Strukturwandel in der heimischen Region hat auch in Haspe dazu geführt, dass die Spuren der Eisen- und Stahlindustrie mehr und mehr gelöscht wurden. Es gibt nur noch wenige, oft versteckte Zeugen des Beginns dieser Epoche aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Das Reidemeisterhaus in der Voerder Strasse ist eines der wichtigsten und schönsten Gebäuden dieser Zeit.

Wie seine Geschichte allerdings nach der Aufgabe der Reidemeisterei und der reinen Wohnnutzung der letzten Jahre verlief, ist bis heute nicht bekannt.

Es kann nur angenommen werden, dass es an ungünstiger Stelle lag, d.h. ein Abbruch und Neubau an diesem Platz für die Besitzer uninteressant wurde. Vielleicht war auch die auffallende Fassade mit den Andreaskreuzen der Grund, dass man das Haus stehen ließ, sich aber auch nicht weiter darum kümmerte. Aus den Akten geht hervor, dass " der Landeskonservator "  schon vor 1960 das Reidemeisterhaus zur Kenntnis genommen und für denkmalwert befunden hatte.

Die Stadt Hagen hatte das Gebäude damals schon erworben, ohne jedoch genauere Pläne damit zu haben.

Die schöne alte Fachwerkfassade tauchte immer wieder auf Fotos und in Veröffentlichungen auf. Gleichzeitig wurden aber auch die Veränderungen, sprich der langsame Verfall sichtbar.

Das Haus entsprach nicht den Ansprüchen an zeitgemäßen Wohnkomfort. Seine Lage direkt an der stark befahrenen Straße und der dahinterliegende steile Hang mit dem abfließenden Regenwasser fügten dem Haus nach und nach weitere Schäden zu. Vorherige Besitzer hatten schon manche " Ausbesserungen " vorgenommen, die aber mehr oder weniger kosmetischen Art waren.

Die Erhöhung des Straßenniveaus führte dazu, dass der Sockel und damit auch die Türschwelle im Erdreich verschwanden.

Als in den 90er Jahren ein junger Zimmermann aus Haspe das Gebäude erwarb, um es endlich aus dem " Dornröschenschlaf " zu wecken, ahnte noch niemand, was sich hinter der eindrucksvollen Fassade verbarg. Sicher hing die Nord-Ostfassade ein wenig durch, aber das ist bei Fachwerkhäusern fast normal und in der Regel haben sich die Gebäude diesen Bewegungen angepasst. Der Reiz des Hauses lag auch im Inneren, in dem zwar Veränderungen sichtbar waren, aber der alte Kamin mit seinen steinernen Wangen, Konsolen und Segmentbogen, der Jahreszahl und den Anfangsbuchstaben der Erbauer hatte den Jahrhunderten getrotzt.

Ein Jahr zurückliegender Brandschaden im Dachgeschoss zwang jedoch zum Handeln. Das Ausmaß der Schäden am Haus ließ sich erahnen, als die Decken im Obergeschoss und ein Teil der Wände freigelegt wurden. Durchhängende Eichenbohlen, Balken, die keine Auflage in den Wänden mehr hatten und ein Dachstuhl, der immer wieder notdürftig geflickt worden war, waren erst der Beginn der Überraschungen, die zutage traten.

Die Beim Land beantragten Mittel zur Wohnungsmodernisierung und zur Förderung größerer Restaurierungsmaßnahmen blieben aus, bedingt durch die Verteilung der Mittel auf das wiedervereinigte Deutschland. Die geschätzten Kosten mussten gewaltig nach oben korrigiert werden. Mit den Arbeiten konnte aufgrund der Förderbestimmungen nicht begonnen werden.

Das mittlerweile leerstehende Haus litt unter den Witterungseinflüssen. Es mussten ständig Reparaturen durchgeführt werden, ohne dass man mit der eigentlichen Restaurierung beginnen konnte. Als klar wurde, dass die Kosten die veranschlagten Mittel des Eigentümers weit übersteigen würden, ließ dieser jedoch nicht locker. Gemeinsam mit der Verwaltung wurde nach einer neuen Nutzung und anderen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht. Das Kindergartenprogramm des Landes zur Errichtung von Kindergärten und Kindertagesstätten in Baudenkmälern bot die Lösung. 1994 wurde der Bedarf für die Einrichtung von Kindergartenplätzen festgestellt. 1996/97 waren die Vorplanungen soweit abgeschlossen, dass die Arbeiten beginnen konnten.

Nunmehr wieder im Besitz der Stadt, konnte das Reidemeisterhaus vom Restaurator endlich genau auf Schäden und drohenden Substanzverlust untersucht werden. Ein Stützgerüst wurde eingezogen und Stück für Stück wurden die Wände freigelegt. Ein großer Teil der Gefache war im Laufe der Jahrhunderte ausgemauert worden. Viele Balkenverbindungen waren Weggefault und wurden nur noch durch mehrfache Teeranstriche gehalten. Der Bruchsteinsockel war an mehreren Stellen regelrecht geflickt worden. Diese Schäden waren wohl zum Teil auf sehr frühe Veränderungen am und im Haus zurückzuführen. Es muss angenommen werden, dass die Umbauarbeiten nicht mit Sorgfalt und handwerklichem Können durchgeführt worden waren. So zum Beispiel ist der Gewölbekeller zu niedrig. Das nach außen so qualitätsvoll erscheinende Fachwerkhaus erwies sich an einigen Stellen als halbe Sache, d.h. die Balken waren aus den Randzonen der Stämme geschnitten worden. Im Splintholz und der teilweise noch anhaftenden Rinde hatten Käfer mehr als 200 Jahre Zeit sich durchzunagen.

Doch es gab kein Zurück. Die Zimmerleute prüften jedes Stück Holz auf Herz und Nieren. Es sollte möglichst viel Substanz erhalten werden. So bleibt der Kamin als wichtiges Zeugnis stehen, ebenso die Eingangstür, die zwar ihre Funktion verliert, aber an ihrem Platz verbleibt. Neues Eichenholz stützt das alte. Die Holzverbindungen werden zimmermannsgerecht mit Verzapfungen und Holznägeln hergestellt. Nagelbleche und Schraubverbindungen wurden genau nach den vorhandenen angefertigt. Die Gefache wurden mit Lehmziegeln ausgefüllt. Dank der " Wiederentdeckung " vieler alter Handwerkstechniken im Rahmen der Denkmalpflege ist es möglich, viele der historischen Materialien wieder einzusetzen.

Eine Besonderheit im Giebel zur Straße wurde erst während der Baumaßnahmen entdeckt. Zwischen den beiden oberen Fenstern sind die Andreaskreuze nur aus Brettern vorgeblendet. Als die Innenseite der Wand von den überdeckenden Materialien freigelegt wurde, zeigte sich, dass in den beiden Mittelgefachen des Giebeldreiecks eine zweiflügelige Ladetür gesessen hat. Darüber muss es eine Art Ausleger für einen Ladekran gegeben haben. Beide Fenster wurden erst später eingebaut. Wenn zur Zeit der Reidemeister der Dachboden für Lagerzwecke genutzt wurde, würde das die enorme Durchbiegung der Eichenbohlen erklären. Eisenerzeugnisse haben ein erhebliches Gewicht und wahrscheinlich hat dem Haus schlicht und einfach zu viel zugemutet.

Verbindung Reidemeisterhaus und Neubau

Ein reizvoller Kontrast zum Reidemeisterhaus ist der Neubau, der im schrägen Winkel dahintergesetzt wurde, angepasst an den Hang. Ein verglaster Gang ist die Verbindung zwischen Alt und Neu.

Der Neubau übernimmt ale notwendigen Einrichtungen, die im Fachwerkhaus nicht untergebracht werden können, ohne dass weitere Substanz verlorengegangen wäre. Die Kinder halten sich hauptsächlich im Vorderhaus in den Gruppenräumen auf.

So erleben sie tagtäglich das alte Haus. Sie erfahren, wie es sich in einem alten Gebäude lebt, wenn es seine Atmosphäre erhalten kann und wie das neue sich nicht unterordnet, sondern eigenständig eine sinnvolle moderne Ergänzung bildet.

1998 wurde der Tag des Denkmals im " Kinderhaus Löwenzahn " auf einer Baustelle gefeiert. An jenem Sonntagmorgen wurden ängstliche Blicke zum Himmel geschickt, als am frühen Morgen Regentropfen fielen und der Tag kalt und windig zu werden drohte. Das Fest in dem noch nicht halbfertigen Gebäude war ein Riesenerfolg, zünftig - wie das auf Baustellen so zu sein pflegt.

Im Jahr darauf wurden die Besucher in hellen, schönen Räumen empfangen, aber auch draußen ließ es sich gut sein, denn  Petrus hielt sich an seine Verpflichtungen zum Denkmaltag.

Die guten Wünsche und das Versprechen, binnen eines Jahres das " Kinderhaus Löwenzahn " fertig zu stellen, wurden war. Im August 1999 konnte Einzug gefeiert werden. Die Kinder und die Erwachsenen haben von " ihrem " Haus Besitz ergriffen. Genauer gesagt, von ihren Häusern, denn Alt- und Neubau sind zwei Einzelbauten, die durch einen gläsernen Gang verbunden sind.

Zwei eigenständige Bauten, gestalterische Solitäre, stehen auf engstem Raum neben- bzw. hintereinander, ohne sich zu stören, ohne sich gegenseitig zu übertrumpfen oder sich anzubiedern. Sie bilden ein Ensemble mit gemeinsamer Nutzung. Der Neubau ist mit den architektonischen Ausdrucksformen der heutigen Zeit ohne jeden nostalgischen Schnick - Schnack ein gutes Beispiel für Modernität, die neben dem althergebrachten besteht, ohne sich unterzuordnen.

Der Altbau des Reidemeisterhauses zeigt sich in neuem Glanz, nachdem der lange und schwierige " Heilungsprozess " überstanden ist. Von Außen strahlt das schwarz / weiße Fachwerk, frisch gestrichen und von grauem Schiefer an der Südwestseite ergänzt. Die grüne Ladetür im Giebel weist auf die ursprüngliche Bedeutung des Gebäudes hin. Die alte Eingangstür wurde repariert und an ihre alte Stelle gesetzt - bei Bedarf lässt sie sich öffnen.

Seitenansicht Eeidemeisterhaus

Die Überraschung ist groß, wenn man das an sich kleine Gebäude betritt. Helle Räume, hoch und lichtdurchflutet in einer gelungenen Gestaltung, die Altes und Neues harmonisch verbindet. Das frühere " Flett " der Hauptraum mit dem Kamin, hat seine historischen Ausmaße beibehalten. Nur nach oben geht der Blick durch die Balken, die die frühere Deckenhöhe anzeigen.

Die Treppe wurde entsprechend den Maßen des Originals neu angefertigt und wird von den Kindern benutzt. Von der Galerie kann in beiden Räumen das ganze Ausmaß des Hauses erfasst werden. Hier oben können die Kinder auch in das Innenleben des Fachwerkhauses einsehen. Ein Stück Wand blieb unverputzt. Ein Raum hat an den Wänden den Naturton  des Lehms behalten.

Kamin im Reidemeisterhaus

Das Prunkstück des Reidemeisterhauses - der mächtige Kamin - wurde restauriert und ist nach wie vor Blickfang und die wichtigste historische " Stütze " des Hauses. Durch die offene Balkenlage kann der Kamin in seinen Dimensionen bis ins Dach hinein betrachtet werden. Frisch gekalkt - so schön hat das früher niemals ausgesehen - überdeckt die weiße Schlämme das Bruchsteinmauerwerk, das jedoch seine historischen Spuren beibehalten hat. Die Löcher, die man irgendwann in die Bruchsteinwände geschlagen hatte, wurden geschlossen, ohne unsichtbar zu werden. Die übrigen historischen Spuren wurden von Staub und Schmutz befreit und zeigen, dass der Kamin im Laufe der Zeit einige bauliche Veränderungen erfahren hat. Die mächtige Kaminhaube lässt sich anhand der breiten Rußspuren, die sich unter ihrem Rand gesammelt hatten, erahnen.

Die Holzbalken über den seitlichen Kaminwangen, die die Haube trugen, wurden im Zuge des früheren Kaminbaues entfernt, zum Kamin hin waren sie noch durch Tonscherben geschützt. Das Feuerloch wurde zugemauert, ganz früher lag die Feuerstelle weiter vorn. Die seitlichen Sandsteingewände waren mehrfach überstrichen und wurden vorsichtig gereinigt. Um die Steinoberfläche nicht zu zerstören und die Spuren der Veränderungen sichtbar zu lassen, wurden die Farbspuren nicht vollständig entfernt. Die beiden Buchstabenreliefs wiesen keine früheren farbigen Fassungen auf.

Die Warmhaltefächer blieben, eine Klappe konnte restauriert werden, ebenso die Metallleiste, die dem Aufhängen von Gegenständen diente, die in der Wärme trocknen sollte. Sicher wurden dort auch Gegenstände aufgehängt, die der Arbeit am Kamin dienten. Die Öffnung für " Geräuchertes " war im Obergeschoss. Selbst die Lüftungsöffnung nahe am Boden und der Steinverschluss mit dem eisernen Ring wurden beibehalten und können ein Stück von der früheren Zeit erzählen.

Der Fußboden wurde als Interpretation eines historischen Kieselbodens nachgebildet und schließt an den modernen Fußboden an.

 Die zugemauerte Feueröffnung wird durch die Kaminplatte verdeckt, die zur Eröffnung des Kinderhauses enthüllt wurde und die zwei wichtigen Lebensdaten des Hauses trägt:

 

" Haus des Reidemeisters

erbaut 1747

1999 Umgebaut zu einem Kindergarten"

 

Das ehemalige Reidemeisterhaus ist einer der schönen Baudenkmäler in Hagen, das die Spuren der Vergangenheit ins nächste Jahrtausend trägt.

Zitat aus einer Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Roman Herzog, die er 1995 in Lübeck zur Sicherung lebendiger alter Städte gehalten hat: " Menschen wollen in einem Umfeld leben, das nicht aus der Retorte stammt, sondern sich aus der Beziehung zur Vergangenheit gründet. Kultur hat ihr Wurzeln in lebendiger Tradition. Sie erst macht eine zukunftsgerichtete Entwicklung möglich."

 

Quellen:

Aktenmaterial Stadt Hagen Untere Denkmalbehörde

Heinrich Cosack:  Die Anfänge der Eisenindustrie ( 1956 )

Dr. M. Sellmann: Hammerwerke an der Volme und Ennepe vor 200 Jahren